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Schwangerschaftsübelkeit/-erbrechen

Im ersten Drittel der Schwangerschaft werden viele werdende Mütter von morgendlichem Unwohlsein, Übelkeit bis hin zu Erbrechen geplagt. Die Frühschwangerschaft ist die sensible Phase, in der sich Ihr Kind entwickelt. Alle Organe und Körpersysteme werden gebildet. Ihr Körper hat die Aufgabe, den Bedürfnissen Ihres ungeborenen Kindes zu entsprechen und sich auf die Geburt vorzubereiten. Ihr Stoffwechsel und Hormonhaushalt verändern sich.

Ursachen

Im Moment geht man bei den Auslösern dieser unangenehmen Begleiterscheinungen zu Beginn der Schwangerschaft von einem Zusammenspiel vieler Ursachen aus. Die Übelkeit schützt Sie vor der Aufnahme schädlicher Nahrungsmittel. Sie tragen so zu einer gesunden Entwicklung Ihres Kindes bei. Weiterhin wird eine Erhöhung verschiedener Hormonspiegel (des β-hCG-(humane Choriongonadotropin) und des Prostaglandin-Hormonspiegels) genauso wie eine gestörte Magentätigkeit oder eine Veränderung am Schließmuskel der Speiseröhre diskutiert. Letztlich können auch genetische oder psychische Faktoren, wie aufkommende Ängste eine Rolle spielen.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Um der Morgenübelkeit entgegenzuwirken, kann es helfen, wenn Sie direkt vor dem Aufstehen Zwieback oder ein Stück Weißbrot essen. Stärken Sie sich tagsüber mit mehreren kleinen Mahlzeiten, um jegliches Hungergefühl zu vermeiden. Protein- und kohlenhydratreich sollten sie sein. Dabei bekommen Schwangeren pflanzliche Lebensmittel häufig besser als tierische. Stark gewürzte und fettreiche Speisen sind nicht empfehlenswert. 
Um sich besser zu fühlen, können Sie auch den in der Akupressur bekannten P6-Punkt massieren. Die Akupressur ist ein angewandtes Heilverfahren, bei dem an definierten Körperstellen stumpfer Druck ausgeübt wird, um bestimmte Symptome zu lindern. Der Druckpunkt P6 lindert Übelkeit. Dieser Punkt liegt auf Ihrer Unterarminnenseite etwa drei Fingerbreit unter Ihrem Handgelenk, zwischen den beiden großen Sehnen. Durch leichtes Drücken oder Massieren können Sie ebenso wie spezielle Akupressurbänder den P6-Punkt stimulieren. Sprechen Sie uns gerne an.   

Medikamentöse Therapie

Auf dem deutschen Arzneimittelmarkt ist kein Medikament für Schwangerschaftsübelkeit/-erbrechen zugelassen. Das liegt an der ethischen Vertretbarkeit, keine Arzneimittelstudien an Schwangeren durchzuführen. Um sich rechtlich abzusichern, sprechen Hersteller entsprechende Warnhinweise und Einschränkungen für Schwangere aus. Einige Wirkstoffe haben jedoch in der Vergangenheit ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis gezeigt und sind daher in wissenschaftlicher Literatur aufgeführt.
Die klinische Erfahrung hat gezeigt, dass Vitamin-B6-(Pyridoxin)-Präparate leichte bis mittlere Übelkeit, jedoch nicht Erbrechen mildern können. Es ist sinnvoll, bei auftretender Übelkeit, entsprechende Präparate zu kombinieren. Potenzielle Kombinationspartner sind die Wirkstoffe Diphenhydramin und Dimenhydrinat. Sie gelten im ersten Trimenon (erster bis dritter Schwangerschaftsmonat) als unbedenklich. Zum Ende der Schwangerschaft sollten sie aber bei vorzeitiger Wehentätigkeit nicht mehr eingenommen werden, da sie auch eine kontraktionsfördernde Wirkung zeigen, also im Zusammenhang mit einer Frühgeburt stehen. 
Weiterhin ist der Wirkstoff Doxylamin zu nennen. Doxylamin ist in Deutschland zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen zugelassen. Zulassungsüberschreitende Anwendung (Off-Label Use) findet der Arzneistoff als Medikament, das Erbrechen unterdrückt. Zahlreiche Schwangerschaftsverläufe haben unter Anwendung Doxylamin-haltiger Arzneimittel kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko für das Kind gezeigt. In Kanada ist es in Kombination mit Vitamin B6 das Mittel der Wahl bei Schwangerschaftübelkeit und -erbrechen. 
Erwähnenswert ist auch die Wirkung von Ingwer. Angewendet als Tee oder Pulver kann es genauso wie Vitamin B6 oder die Massage des P6-Punktes Übelkeit reduzieren.
Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, den Einsatz verschreibungspflichtiger Wirkstoffe wie Metoclopramid, Promethazin oder Ondansetron mit Ihrem Gynäkologen abzuwägen. 
Wenn Sie der Homöopathie zugewand sind, stehen Ihnen Präparate wie Nux vomica D6, Ipecacuanha D6 oder Ignatia D4 zur Auswahl. 

Unstillbares Erbrechen (Hyperemesis gravidarum)

Leiden Sie unter einer schweren Form des Schwangerschaftserbrechens, einer Hyperemesis gravidarum (auch unstillbares Erbrechen genannt, da sie eine starke immerwährende Übelkeit und zahlreiches Erbrechen über den ganzen Tag und auch nachts beinhaltet), müssen Sie stationär behandelt werden. Erfreulicherweise tritt diese Form des Schwangerschaftserbrechens nur bei rund 0,5 bis 1 % aller Schwangeren auf. 

Fazit

In den meisten Fällen ist diese mögliche Begleiterscheinung Ihrer Schwangerschaft lästig, aber weder für Sie noch Ihr Ungeborenes gefährlich. Die Symptome schwächen oftmals ab der 13. Schwangerschaftswoche von selbst ab. Falls Übelkeit und/oder Erbrechen Ihren Alltag jedoch zu sehr einschränken, empfehlen wir Ihnen gerne rezeptfreie Medikamente, denen durch Erfahrung ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis zugeschrieben wird.
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