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Ernährung in der Schwangerschaft

Einige Lebens- und Genussmittel können Ihrem ungeborenen Kind schaden. Andere fördern die positive Entwicklung Ihres Kindes. Daher sollten Sie als werdende Mutter Ihre Nahrungsmittel bewusst auswählen. Sie haben Einfluss darauf, ob Ihrem Nachwuchs alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Wählen Sie daher Nahrungsmittel, die Ihren veränderten Bedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen decken. Entscheidend ist, in der Schwangerschaft nicht einfach mehr zu essen, denn Ihr Körper benötigt ab dem vierten Schwangerschaftsmonat lediglich 250 kcal mehr Energie pro Tag. Das entspricht einer Scheibe Vollkornbrot mit Käse. Um beispielsweise ein erhöhtes Geburtsgewicht Ihres Kindes zu vermeiden, sollte es nicht mehr sein.

Fazit: Für Zwei denken, aber nicht für Zwei essen. Qualität statt Quantität.

Proteine

Proteine, umgangssprachlich auch Eiweiße genannt, sind Bausubstanz jeder Zelle. Sie werden zum Aufbau des kindlichen Gewebes benötigt. Daher steigt Ihr Proteinbedarf in der Schwangerschaft an. Besonders proteinreich sind Lebensmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier. Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen oder Linsen) sind gute Beispiele pflanzlichen Ursprungs. 

Folsäure

Die Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine. Sie ist notwendig für die Zellteilung und damit für Wachstumsprozesse. Ihr ungeborenes Kind braucht dieses Vitamin. Dessen Anlagen für Gehirn und Rückenmark werden bereits in der frühen Phase der Schwangerschaft gebildet. Um hier Fehlbildungen (Neuralrohrdefekte) zu vermeiden, sollten Sie auf eine ausreichende Folsäureaufnahme schon vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft achten. Lebensmittel wie Grün-, Rosen- oder Blumenkohl, Spinat oder Erdbeeren sind folsäurehaltig. Trotzdem reicht eine folsäurereiche Ernährung oft nicht aus um den Bedarf zu decken. Aus diesem Grund sollten Sie zusätzlich entsprechende Präparate einnehmen. Bei der Auswahl innerhalb der Produktpalette helfen wir Ihnen gerne weiter.

Iod

In der Schwangerschaft steigt auch der Iodbedarf an. Iod wird zur Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt. Diese regulieren den Energiestoffwechsel der Zellen. Ihr Ungeborenes produziert bereits ab der zehnten bis zwölften Schwangerschaftswoche iodhaltige Schilddrüsenhormone. Nutzen Sie gute Nahrungsmittelquellen wie Seefisch und iodiertes Speisesalz, um die geistige und körperliche Entwicklung Ihres Kindes zu stärken. Da auch hier der Bedarf in der Schwangerschaft meist nicht durch die Nahrung gedeckt werden kann, empfehlen wir Ihnen entsprechende Päparate, die meist mit Folsäure kombinert sind. Sprechen Sie uns an.

Eisen

Das Spurenelement Eisen ist notwendiger Bestandteil des Blutes, um alle Zellen des Körpers ausreichend mit Sauerstoff versorgen zu können. In der Schwangerschaft erhöht sich das Blutvolumen. Als werdende Mutter sollten sie daher die doppelte Menge der normal für Frauen empfohlenen Tagesmenge an Eisen zuführen. Gut verwertbare Eisenquellen sind tierische Produkte wie Fleisch. Eisenreiche pflanzliche Quellen, wie Linsen, Bohnen oder Erbsen (Hülsenfrüchte), können vom Menschen schlechter genutzt werden. Hilfreich ist hier die Wirkung von Vitamin C. Dieses wandelt Eisen pflanzlicher Lebensmittel in jenes tierischer um. Trinken Sie daher ein Vitamin C reiches Glas Orangensaft zu Ihrer Mahlzeit. Es hilft Ihnen die Eisenspeicher Ihres Körpers zu füllen. Gerbstoffe in Kaffee oder Schwarzem Tee können die Eisenaufnahme hingegen abschwächen. Genauso können Milchprodukte, begründet durch enthaltenes Calcium, sowie Rhabarber und Spinat aufgrund enthaltener Oxalsäure, bei gleichzeitigem Verzehr die Eisenaufnahme senken.

Calcium

Calcium benötigen Sie für die Knochenbildung Ihres Kindes. Gute Calcium-Quellen sind grünes Gemüse (Brokkoli, Grünkohl oder Spinat) und Milchprodukte. 

Vitamin D

Auch Vitamin D ist wichtig für die Knochenbildung von Ihnen und Ihrem Kind. Ihr größtes Organ, die Haut, produziert unter Einwirkung von Sonnenlicht (UVB-Strahlung) reichlich Vitamin D. In den Wintermonaten, in denen in unseren Breiten der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen auf die Erde flacher ist, erniedrigt sich die körpereigene Bildung. Solarienbesuche (UVA-Licht) bieten keine Alternative. Denken Sie daher an nennenswerte Nahrungsmittelquellen wie Matjes, Makrele und Lachs (fetter Meeresfisch). Um einem Mangel vorzubeugen empfehlen wir Ihnen gerne entsprechende Präparate.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Entwicklung des Gehirns. Sie können vom menschlichen Körper selbst nicht gebildet werden. Daher empfiehlt die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) Schwangeren ein bis zwei Portionen fetten Seefisch (Hering, Makrele, Lachs, Sprotte oder Sardine) pro Woche zu essen.

Listeriose und Toxoplasmose

Einige Lebensmittel können mit Listerien oder Toxoplasmose-Erregern belastet sein. Infizieren Sie sich während der Schwangerschaft, kann dieses zu einer Fehl-, Früh- oder Totgeburt führen. Der Toxoplasmose-Erreger gelangt über den Kot befallener Katzen oder Tierfutter auf und in Pflanzen und Tiere. Infektionsquellen sind dementsprechend rohes Fleisch sowie unzureichend gewaschenes Obst und Gemüse. Enger Kontakt mit Katzen sollte ebenso vermieden werden.

Die Erreger der Listeriose kommen fast überall vor. Auch Kühlschranktemperaturen hindern die Bakterien nicht an ihrer Vermehrung. Zu finden sind sie in Rohmilchprodukten, rohem Fleisch und Fisch. Gleiches gilt für frisches Gemüse. Lang gereifter Hartkäse aus Rohmilch (Emmentaler, Gruyère, Parmesan) darf hingegen verzerrt werden, da die Bakterien die Reifezeit nicht überstehen. Genießen Sie pasteurisierte Milchprodukte und kaufen Sie Käse am besten in kleinen Mengen am Stück. Entfernen Sie vor dem Verzehr die Rinde. Diese kann mit Bakterien belastet sein. Auf Käsesorten mit Blauschimmel (Gorgonzola) oder Rotschmiere (Esrom, Harzer, Limburger, Tilsiter) sollte ebenso wie auf Weichkäse (Brie, Camembert) verzichtet werden. Krankheitserreger können mit Blick auf den Herstellungsprozess enthalten sein. Fleisch sollte generell (auch im Inneren) für mindestens zwei Minuten bei 70 °C erhitzt worden sein. Bereiten Sie Ihre Gerichte immer frisch zu. Vorgefertigte Sandwiches oder Fertigsalate können mit Krankheitserregern belastet sein. Es ist entscheidend, dass Sie alle schädlichen Erreger abtöten bevor diese in Ihren Körper gelangen können. Vergessen Sie daher nicht, Obst, Gemüse und Kräuter gründlich zu waschen. Arbeitsplätze und Küchenhelfer sollten nach jedem Gebrauch mit heißem Spülwasser gereinigt werden. Denken Sie auch daran, Handtücher und Lappen häufig bei 60 °C zu waschen.

Auf einen Blick

Fleisch und Fisch sollte nie roh verzehrt werden. Verzichten Sie zum Schutz vor Listeriose und Toxoplasmose auf:

 

LebensmittelgruppeBeispiel
MilchprodukteBlauschimmelkäse, Camembert, Esrom, Frischkäse aus offenen Gefäßen (Feta, Mozzarella in der Kühltheke oder Gastronomie), Gorgonzola, Harzer, Rohmilch, Roquefort, Tilsiter
FleischCarpaccio, Hack, Lachs, Mett, Räucherspeck, Rohwurst (Cervelat- und Plockwurst, Salami, Teewurst) Rohschinken, rosa Steaks und Entenbrust, Tartar
Fisch

Austern, Fisch-Carpaccio, geräucherte Forelle, Heringsstip, Matjes, Räucherlachs, Sashimi, Sushi

 

Coffein

Kaffee, Schwarzer Tee oder Energy Drinks enthalten Coffein. Dieser anregende Inhaltsstoff gelangt ungefiltert zu Ihrem Kind. Ihr Ungeborenes hat weniger coffeinabbauende Enzyme als Sie. Aus diesem Grund benötigt es mehr Zeit um Coffein abzubauen. Bis zu drei Tassen Kaffee pro Tag (weniger als dreihundert Milligramm Coffein) dürfen Schwangere bedenkenlos trinken. Übersteigen Sie dauerhaft diese Coffeinzufuhr, könnte dieses zu einer Frühgeburt oder einem zu niedrigen Geburtsgewicht führen.

Chinin

Chinin ist als Geschmacksstoff in Tonic und bitteren Zitronenlimonaden enthalten. Ein Fallbeispiel, in dem eine Mutter während der Schwangerschaft täglich über einen Liter Tonic Water getrunken hatte, gibt Anlass dazu, chininhaltige Getränke zu meiden. Ihr Säugling zitterte nach der Geburt nervös. Da im Urin des Neugeborenen Chinin nachgewiesen werden konnte, ist hier von Entzugserscheinungen zu sprechen.

Alkohol

Alkohol sollten Schwangere komplett meiden. Dieser kann ungehindert die Plazenta passieren. Ihr Ungeborenes muss also die gleiche Menge an Alkohol verstoffwechseln wie Sie. Bedenken Sie bitte, dass die Leber Ihres Nachwuchses als das zentrale Organ des Alkoholabbaus noch nicht oder nur in geringerem Maße arbeiten kann. Ihr Alkoholkonsum könnte bei Ihrem Kind Lern- und Sprachprobleme verursachen oder dessen Organe schädigen. Jedes Glas Alkohol ist also eines zu viel. Genießen Sie hingegen Saftschorlen, Früchtetees oder Mineralwasser. Diese tun Ihnen und Ihrem Kind gut.

In der Schwangerschaft beeinflussen Sie durch Ihre Ernährung die geistige und körperliche Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes. Von der hohen Qualität der Nährstoffe, die Sie Ihrem Kind in dieser Zeit zuführen, kann es sein ganzes Leben profitieren.

Nutzen Sie diese Chance. Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit!

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